Stetigkeit

Stetigkeit

Grenzwerte von Funktionen

#Definition Konvergenz

Sei f:DR eine Funktion (DR) und sei aR{,+}. Wir sagen, f hat für x gegen a den Grenzwert cR{,+}, in Zeichen

limxaf(x)=c,

falls gilt:

  1. Für jede Folge (xn)n mit
    (a) xnD,
    (b) xna,
    (c) limnxn=a,
    ist limnf(xn)=c.
  2. Es gibt mindestens eine Folge (xn)n mit (a)–(c).
  1. a kann im Definitionsbereich von f sein, muss aber nicht.
  2. In der Definition setzen wir voraus, dass es Folgen (xn)nN in D{a} gibt, die gegen a konvergieren: Der Punkt a muss von D{a} „erreichbar“ sein. Zum Beispiel ist a=2 für D=[0,1]{2} nicht aus D{2}=[0,1] erreichbar.
#Satz Grenzwertsätze für Funktionen

Sind limxaf(x)=c und limxag(x)=d mit c,dR, so gilt:

  1. limxa(f(x)+g(x))=limxaf(x)+limxag(x)=c+d,
  2. limxa(f(x)g(x))=(limxaf(x))(limxag(x))=cd,
  3. limxa(αf(x))=αlimxaf(x)=αc für jedes αR,
  4. limxaf(x)g(x)=limxaf(x)limxag(x)=cd, falls d0.

Die Rechenregeln gelten auch für a=±. Hingegen müssen c,d endlich sein.

Die Rechenregeln 1) und 3) besagen, dass Grenzwertbildung linear ist.
Das Sandwich-Prinzip gilt auch für Grenzwerte von Funktionen.

#Definition Linksseitiger Grenzwert

Sei f:DR eine Funktion (DR) und sei aR{,+}. Wir sagen, f hat für x gegen a den linksseitigen Grenzwert cR{,+}, in Zeichen

limxaf(x)=coderlimxaf(x)=c,

falls gilt:

  1. Für jede Folge (xn)nN mit
    (a) xnD,
    (b) xn<a,
    (c) limnxn=a,
    ist limnf(xn)=c.

(2) Es gibt mindestens eine Folge (xn)nN mit (a)–(c).

Unterschied zur Konvergenz auf Folie 2:
In (b) fordern wir nun xn<a anstatt xna.

#Definition Rechtsseitiger Grenzwert

Sei f:DR eine Funktion (DR) und sei aR{,+}. Wir sagen, f hat für x gegen a den rechtsseitigen Grenzwert cR{,+}, in Zeichen

limxaf(x)=coderlimxa+f(x)>=c,

falls gilt:

  1. Für jede Folge (xn)nN mit
    (a) xnD,
    (b) xn>a,
    (c) limnxn=a,
    ist limnf(xn)=c.

  2. Es gibt mindestens eine Folge (xn)nN mit (a)–(c).

Unterschied zur Konvergenz auf Folie 2:
In (b) fordern wir nun xn>a anstatt xna.

Stetigkeit

#Definition Stetigkeit

Sei f:DR, DR eine Funktion.

  1. f heißt stetig in aD, falls gilt:
limxaf(x)=f(a).()

Dies bedeutet, dass für jede Folge (xn)nND mit xna und limnxn=a gilt

limnf(xn)=f(a)=f(limnxn),

d. h., „f vertauscht mit Limesbildung“.

Gleichung () beinhaltet zwei Bedingungen:
(i) Der Grenzwert existiert.
(ii) Dieser Grenzwert ist gleich f(a).

  1. f heißt stetig auf D, falls f in allen aD stetig ist.

Graphische Interpretation

Rechnen mit stetigen Funktionen

Rechenregeln für stetige Funktionen

  1. Sind f,g:DR stetig, so sind f+g, fg, αf für αR und fg in D stetig.
  2. Sind f,g:DR stetig, so ist f/g in D{xg(x)=0} stetig, also überall dort wo f/g gebildet werden kann.
  3. Sind f:DR, g:ER stetig und g(E)D, so ist auch die Komposition fg:ER, xf(g(x)) in E stetig.

Stetige Fortsetzbarkeit

Stetige Fortsetzbarkeit

#Definition Stetige Fortsetzbarkeit

Sei f:I{a}R stetig, wobei I ein Intervall ist und aI. Wenn der Grenzwert limxaf(x)=cR existiert, so können wir die Funktion

g:IR,g(x)={f(x),falls xac,falls x=a

definieren, die dann stetig auf ganz I ist.

Diese Funktion setzt f von I{a} nach I fort und wird eine stetige Fortsetzung von f genannt. Häufig nennt man g auch wieder f.