Normalformen (1NF bis BCNF)
Normalformen dienen dazu, Relationen durch Dekomposition schrittweise von Anomalien und Redundanzen zu befreien.
1. Normalform (1NF)
Nur atomare (nicht weiter zerlegbare) Attribute sind erlaubt. Keine Einschränkung bzgl. funktionaler Abhängigkeiten. Mengenwertige oder strukturierte Attribute müssen in eigene Relationen bzw. atomare Spalten aufgelöst werden.
2. Normalform (2NF)
- Es gilt die 1NF.
- Jedes Nicht-Schlüssel-Attribut muss voll funktional abhängig vom gesamten Schlüsselkandidaten sein.
- Regel: Eine Relation in 1NF mit nur einem einzigen Schlüsselattribut (kein zusammengesetzter Schlüssel) ist automatisch in 2NF.
3. Normalform (3NF)
- Es gilt die 2NF.
- Kein Nicht-Schlüssel-Attribut darf von einem Schlüsselkandidaten transitiv abhängig sein (also: Nicht-Schlüssel-Attribute dürfen nicht andere Nicht-Schlüssel-Attribute determinieren).
- Eigenschaften: 3NF ist verlustfrei wiederherstellbar und abhängigkeitserhaltend, aber nicht immer zu 100% redundanzfrei.
Boyce-Codd-Normalform (BCNF)
- Es gilt die 3NF.
- Verschärfung: Es darf keine funktionale Abhängigkeit eines Teilschlüssels von einem Nicht-Schlüsselattribut geben. Jede Determinante muss ein Superschlüssel sein.
- Regel: Jede Relation mit nur zwei Attributen ist immer in BCNF.
- Eigenschaften: Verlustfrei und absolut redundanzfrei, aber der Abhängigkeitserhalt ist nicht mehr garantiert.