Nachschub- und Auswahlstrategien (Policies)
Das Betriebssystem regelt den Datenfluss des Paging-Systems über zwei orthogonale Regelsysteme:
- Nachschubstrategien (Fetch Policies): Steuern, wann eine virtuelle Seite in den RAM geladen wird.
- Demand Paging: Seiten werden strikt reaktiv erst dann in den RAM transferiert, wenn ein Prozess durch einen akuten Page Fault harten Bedarf anmeldet.
- Pre-Paging: Das System analysiert das Programmverhalten und lädt virtuelle Seiten vorausschauend vorab, um zukünftige Page Faults zu verhindern (erfordert fehleranfällige Heuristiken). Standard-Systeme nutzen Pre-Paging beim Prozessstart und Demand Paging zur Laufzeit.
- Auswahlstrategien (Replacement Policies): Steuern bei akutem Speichermangel, welche physische Kachel zur Verdrängung ausgewählt wird.
- Lokale Ersetzung: Es werden ausschließlich Kacheln zur Verdrängung freigegeben, die dem fehlerverursachenden Prozess selbst zugewiesen sind.
- Globale Ersetzung: Alle Kacheln des Gesamtsystems werden über Prozessgrenzen hinweg in die Verdrängung einbezogen.
- Seitenreferenzfolge: Die chronologische Sequenz der Seitennummern, auf die ein System während einer Befehlskette zugreift. Sie dient als mathematische Metrik zur algorithmischen Evaluierung von Verdrängungsstrategien.