Polynome

Polynome

#Defnition : Polynom, Grad

Ein Polynom hat folgende Form: p(z):=a0+a1z+a2zn=k=0nakzk mit a0,a1,,anC und nN. Die ak heißen Koeffizienten des Polynoms. Dadurch wird eine Funktion p:CC oder p:RR.

Ist der höchste Koeffizient an0, so heißt d n der Grad von p, in Zeichen n=deg(p). Sind alle Koeffizienten Koeffzienten null, also p das NUllpolynom, so setzt man deg(p)=

Rechenoperationen

#Definition: Addition

Bei Addition p+q werden die Koefizienten von gleichen Potenzen von z addiert:
p(z)+q(z)=(2+3z+4z3)+(1+z)=(2+1)+(3+1)z+4z3=3+4z+4z3

#Definition: Skalarmultiplikation

Bei der Skalarmultiplikation λq mit λC oder λR werden alle Koeffizienten von p mit λ multipliziert:
2p(z)02(2+3z+4z3)=4+6z+8z3

#Definition: Multiplikation

Die Multiplikation pq ist genauso einfach, man multipliziert aus (Distributivgesetz) und sortiert nach Potenzen von z:
p(z)q(z)=(2+3z+4z3)(1+z)=2+2z+3z+3z3+4z3+3z4=2+5z+3z3+4z4

Außerdem gilt bei der Multiplikation die Gradformel:
deg(pq)=deg(p)+deg(q)

#Definition: Division

Wenn man zwei Polynome dividiert, so erhält man kein Polynom, sondern eine rationale Funktion. Für diesen Fall gibt es die Polynomdivision mit Rest

Polynomdivision

Sind p,q zwei Polynome mit q0m so existieren Polynome r,s mit

p=sq+r und deg(r)<deg(q)

Dabei ist r der Divisionsrest (auch Rest). Wenn der Rest Null ist ist, dann ist pq=s ein Polynom und man sagt, dass die Division aufgeht.

Okay, gerne ausführlicher. Hier sind die Definitionen und Sätze aus Vorlesung 8 über Polynome, verständlich erklärt:

Nullstellen

#Definition: Nullstelle

Eine Nullstelle eines Polynoms p ist ein Wert z0​, für den p(z0)=0 gilt.

Berechnung: Für Grad 1 und 2 gibt es einfache Formeln (z.B. pq-Formel). Für Grad 3 und 4 existieren komplizierte Formeln. Für Grad 5 und höher gibt es beweisbar keine allgemeine Lösungsformel, die nur mit Grundrechenarten und Wurzelziehen auskommt. Manchmal kann man Nullstellen raten (besonders wenn sie ganzzahlig sind) und dann mittels Polynomdivision den Grad reduzieren. Oft ist man auf numerische Näherungsverfahren angewiesen.

Was sind Nullstellen von Polynomen?

#Satz: Abspalten von Linearfaktoren

Wenn z0​ eine Nullstelle des Polynoms p (vom Grad n1) ist, dann kann man p(z) ohne Rest durch (zz0​) teilen. Das Ergebnis ist ein Polynom s vom Grad n1:p(z)=(zz0)s(z). Man kann also für jede Nullstelle einen Faktor (zz0) "abspalten".

#Definition (Vielfachheit einer Nullstelle):

Eine Nullstelle zo0 hat die Vielfachheit k, wenn man den Faktor (zz0​) genau k-mal vom Polynom abspalten kann, d.h. p(z)=(zz0)kq(z), wobei q(z0) nicht mehr Null ist. Eine Nullstelle mit Vielfachheit 1 heißt einfach, eine mit Vielfachheit 2 heißt mehrfach.

#Satz: Fundamentalsatz der Algebra)

Dies ist ein zentraler Satz! Er besagt, dass jedes Polynom vom Grad n1 (mit komplexen oder reellen Koeffizienten) im Bereich der komplexen Zahlen genau n Nullstellen hat, wenn man jede Nullstelle entsprechend ihrer Vielfachheit zählt. Das bedeutet auch, dass jedes solche Polynom vollständig in n Linearfaktoren der Form (zzk) zerlegt werden kann: p(z)=an(zz1)(zz2)(zzn)=ank=1n(zzk).

#Satz Koeffizientenvergleich

Wenn zwei Polynome für alle (oder genügend viele) Werte von z übereinstimmen, dann müssen sie identisch sein, d.h., alle ihre Koeffizienten müssen übereinstimmen.

reelle Polynome

Bei Polynomen, deren Koeffizienten alle reelle Zahlen sind, gilt: Wenn eine komplexe Zahl z0=α+iβ( mit β0) eine Nullstelle ist, dann ist auch ihre konjugiert-komplexe Zahl z0=αiβ eine Nullstelle. Nicht-reelle Nullstellen treten also immer paarweise auf.

#Satz : Reelle Zerlegung

Aufgrund der obigen Eigenschaft kann jedes reelle Polynom in ein Produkt aus reellen Linearfaktoren (zxk​) (entsprechend den reellen Nullstellen) und reellen quadratischen Faktoren der Form ((zα)2+β2), die keine reellen Nullstellen haben (entsprechend den Paaren konjugiert-komplexer Nullstellen z00=α±iβ), zerlegt werden.

Eine direkte Folgerung daraus ist, dass jedes reelle Polynom mit ungeradem Grad mindestens eine reelle Nullstelle haben muss.
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