Definitionen_Glossary
Glossary
- 3-Färbbarkeit: Ein Graph
ist 3-färbbar, wenn es eine Funktion gibt, so dass für alle Kanten . - 3-COL Problem: Das Entscheidungsproblem, ob ein gegebener Graph
3-färbbar ist. Dieses Problem ist NP-vollständig.
Dies sind grundlegende Entscheidungsprobleme, die sich auf logische Formeln beziehen:
- Auswertungsproblem: Gegeben eine Formel
und eine Belegung , ist unter wahr? - Erfüllbarkeitsproblem (SAT): Gegeben eine Formel
, gibt es eine Belegung, die wahr macht? - Äquivalenzproblem: Gegeben zwei Formeln
und , sind sie unter allen Belegungen äquivalent? - Allgemeingültigkeitsproblem: Gegeben eine Formel
, ist sie unter allen Belegungen wahr?
Ein Argument hat zwei Ebenen:
- Inhaltlich: die tatsächliche inhaltliche Korrektheit.
- Abstrakt: die strukturelle, formale Korrektheit, unabhängig von der tatsächlichen inhaltlichen Korrektheit.
Eine Formel
Gestalt: $$\bigvee_{i=1}^{n} \left( \bigwedge_{j=1}^{n_i} L_{i,j} \right)$$
Lemma (Distributivität). Für alle
-
Fall 1
.- Es gilt also
und . - Daraus folgt, dass
oder . - O.B.d.A. sei
. - Dann gilt aber
und somit .
- Es gilt also
-
Fall 2
.- Es gilt also
oder . - Falls
so folgt und - und somit
. - Anderenfalls gilt
. - Dann aber gilt
und somit .
- Es gilt also
- Formeln: Wörter in einer formalen Sprache, die syntaktisch genau definiert sind. Damit kann man Aussagen präzise formulieren.
- Semantikfunktion: Die Semantik legt fest, ob eine Formel für ein bestimmtes Element der Umgebung gilt.
- Die Umgebung (engl. domain): Der Kontext oder die "Welt", in der die Formeln interpretiert werden.
Zu einer gegebenen Formel kann man verschiedene Belegungen betrachten, die auch zu unterschiedlichen Wahrheitswerten für diese Formel führen können. Jede Formel kann eine der drei Eigenschaften haben:
- Erfüllbarkeit: Es existiert eine passende Belegung, die die Formel erfüllt (wahr macht).
- Unerfüllbarkeit: Es existiert keine passende Belegung, die die Formel erfüllt.
- Allgemeingültigkeit (Tautologie): Jede passende Belegung erfüllt die Formel.
Eine Formel
Sie ist unerfüllbar, wenn keine solche Belegung existiert.
Äquivalente Sicht
ist erfüllbar ist nicht allgemeingültig (keine Tautologie).- Zusammenhang zu Modell: Erfüllbarkeit bedeutet „es existiert ein Modell“.
Beispiele
ist erfüllbar (sogar allgemeingültig). ist unerfüllbar.
Dieses Lemma ist noch mächtiger. Es erlaubt, Teile einer Formel durch äquivalente Teile zu ersetzen.
Sei
Sei
Dann gilt:
Beispielanwendung:
Wir können die Implikation umschreiben:
- Es können beliebige Aussagenlogiken definiert werden.
- Exklusives Oder intuitiv:
bedeutet "entweder oder ".
-
Eine Formel
folgt aus einer Formel , geschrieben , wenn für jede zu und passende Belegung gilt:
Wenn , dann auch . -
Sei
eine Formelmenge und eine Formel.
folgt aus , wenn jede zu passende Belegung , die erfüllt, auch erfüllt. Wir schreiben .
Beispiele.
? ? ?
Erinnerung. Die folgende Notation ist oft nützlich:
Beispiel.
„Wenn alle 999
Rechtfertigung. Wegen der Assoziativitätsregeln
ändert die Klammerung den Wahrheitswert nicht.
- Basis
sind aussagenlogische Formeln.- Jede Variable
ist eine aussagenlogische Formel. und die Variablen werden atomare Formeln oder Atome genannt.
- Induktionsschritt (Regeln)- Wenn
eine Formel ist, dann ist auch .- Wenn
Formeln sind, dann sind auch Formeln. werden aussagenlogische Verknüpfungen genannt.
- Wenn
Wir definieren eine Basismenge
wobei
: Universum (Alle denkbaren Objekte)
: Basismenge
Regeln:für mit
Eine Regel könnte sein:
Dadurch wird eine eindeutige Menge
(bezüglich
Eine Klausel ist eine endliche Menge von Literalen. Sie repräsentiert die Disjunktion (ODER-Verknüpfung) dieser Literale. Die leere Klausel {}) ist die leere Menge und repräsentiert einen Widerspruch (ist immer falsch).
Eine Formel
Gestalt: $$\bigwedge_{i=1}^{n} \left( \bigvee_{j=1}^{n_i} L_{i,j} \right)$$
Die Korrektheit besagt, dass der Kalkül keine falschen Schlüsse zieht. Wenn aus einer Klauselmenge
Wenn
Insbesondere: Wenn
- Induktion über die Länge der Resolutionsableitung.
- Basis: Startklauseln sind in
, also triviale Konsequenzen. - Schritt: Neue Klausel entsteht per Resolution aus zwei früheren, ist wegen lokaler Korrektheit eine semantische Konsequenz dieser; mit Induktionsannahme damit auch Konsequenz von
.
Ein Literal
Eine (zu einer Formel passende) Belegung
Notation:
Beispiel
- Sei
.
Die Belegung ist ein Modell von , da
und .
Eine Formel
- Unnötige Klammern können vermieden werden. Hier sind die Regeln:
- Äußerste Klammern können weggelassen werden.
bindet stärker als die anderen Verknüpfungen. binden stärker als .
- Wenn
eine endliche Menge von Formeln ist, schreiben wir: als Abkürzung für , die Disjunktion über alle Formeln aus . als Abkürzung für , die Konjunktion über alle Formeln aus .- Alternative Schreibweise:
Eine Resolutionsableitung einer Klausel
Eine Resolutionswiderlegung einer Klauselmenge
Eine Substitution ist eine partielle Abbildung
Beispiel:
Dieses Lemma besagt, dass Äquivalenz unter Substitution erhalten bleibt. Es ist die Grundlage für viele logische Umformungen.
Sei
Dann gilt: $$ \phi \equiv \phi' \implies \phi S \equiv \phi'S $$
Syntaxbäume sind Bäume mit Wurzel, dessen Blätter mit den Atomen der Formel beschriftet sind und dessen innere Knoten mit den Verknüpfungen der Formel beschriftet sind. Für jede aussagenlogische Formel ist der zugehörige Syntaxbaum eindeutig.
Beispiel: Für
Eine Formel
Charakterisierung
allgemeingültig unerfüllbar.- Tritt auf als semantische Entsprechung zu „immer wahr“.
Beispiele
ist allgemeingültig (Gesetz des ausgeschlossenen Dritten). ist allgemeingültig.
Der Semantik liegt das Grundprinzip tertium non datur zugrunde: Eine Aussage ist entweder wahr oder falsch.
Die Menge
Beispiel:
Für
Für jeden Knoten
- Intention:
ist wahr, wenn Knotenumit Farbe gefärbt wird.
Für jede Position (Zeile
ist wahr, wenn an der Stelle ( ) die Zahl steht.
Die Vollständigkeit besagt, dass der Kalkül stark genug ist, um alle unerfüllbaren Klauselmengen zu erkennen. Jede unerfüllbare Klauselmenge
Jede unerfüllbare endliche Klauselmenge C hat eine Resolutionswiderlegung.
- Induktion über die Anzahl der Variablen.
- Zerlege
nach einer Variablen in: : Klauseln ohne , aus gewonnen durch Entfernen von . : Klauseln ohne , aus gewonnen durch Entfernen von .- Zeige: Sind beide erfüllbar, erhält man ein Modell für
(Widerspruch zur Unerfüllbarkeit). - Also sind
und unerfüllbar; nach Induktionsvoraussetzung haben beide Resolutionswiderlegungen. - Kombiniere beide Widerlegungen plus einen letzten Resolutionsschritt zwischen
und zu einer Widerlegung von .
- Die Menge
der Variablen einer Formel ist die Menge . - Eine Wahrheitsbelegung, oder kurz Belegung, ist eine partielle Funktion
. - Eine Belegung
ist eine Belegung für eine Formel , oder ist passend für , wenn .
Per Induktion über die Struktur der Formeln in
Belegung:
passend für
Induktionsbasis
- Für alle
:
Induktionsschritt (wie man größere Formeln aus kleineren berechnet):
Zwei Formeln
- Reflexiv, symmetrisch, transitiv.
- Erlaubt ersetzendes Umformen in Beweisen und bei Normalformen.