Komplexe Zahlen

xProblem: aus Potenzen mit geradem Exponenten ist das Ergebnis immer Positiv. Daraus folgt, dass x2+1=0 keine Lösung hat. mit der imaginären Einheit i wird eine Lösung dafür möglich. Die komplexen Zahlen (komplex = zusammengesetzt) sind dann Zahlen der Form z=x+iy mit reellen x und y, und die Menge der komplexen Zahlen ist C:={x+iy|x,yR}

x2=1 in C kann gelöst werden: x1=i und x2=i

mit komplexen zahlen kann man genauso rechnen, wie mit reellen Zahlen. Man beachte nur, dass i2=1 gilt.

komplexe Zahlen sind eine Teilmenge der reellen Zahlen, weil x+0i=x ist reell.

Addition

(a+ib)+(c+id)=(a+c)+i(b+d)

Multiplikation

(a+ib)(c+id)=ac+aidibc+i2bd=(ac+bd)+i(ad+bc)

Division

a+ibc+id=(a+ib)(cid)(c+id)(cid)=ac+bdc2+d2+ibcadc2+d2.

Beispiel
4+7i3+5i=4734+i1341.38235+0.02941i.

Potenzen

i2=1i3=i2i=(1)i=ii4=i2i2=(1)(1)=1i5=i4i=1i=ii6=i4i2=1(1)=1i101=i100i=(i4)25i=125i=i

Gaußsche Zahlenebene

Die reelle Achse ist der Zahlenstrahl, wie wir ihn bereits kennen. Wenn man daraus ein kartesisches Koordinatensystem macht kann man auf die y-Achse die imaginären Zahlen legen. Dann sind die komplexen Zahlen visualisiert.
!AnaI LinA Ing Skript, p.28
Die Addition von komplexen Zahlen entsprechen in der Gaußschen Zahlenebene der Addition von Vektoren in der Ebene
!AnaI LinA Ing Skript, p.29

Realteil, Imaginärteil, Konjugierte, Absolutbetrag

Sei z=x+iyC mit x,yR

  1. Re(z):=x heißt Realteil von z;
  2. Im(z)=yR heißt der Imaginärteil von z;
  3. z:=xiy heißt die zu z (komplex) Konjugierte;
  4. |z|:=x2+y2R heißt der Absolutbetrag oder kurz Betrag von z.

Sei z=x+iyC mit x,yR. Für die Konjugation gelten folgende Rechenregeln:

  1. z=z,
  2. zz=x2+y2=|z|2,
  3. z1+z2=z1+z2,
  4. z1z2=z1z2,
  5. (1z)=1zfür z0,
  6. Re(z)=12(z+z),
  7. Im(z)=12i(zz).

Geometrische Interpretation des Betrags

Der Betrag |z|=x2+y2 ist der Abstand zwischen z=x+iy und 0 in der Gaußschen Zahlenebene:
!AnaI LinA Ing Skript, p.30

Rechenregeln für den Betrag

für komplexe Zahlen z,z1,z2 gilt:

  1. |z|=zz0
  2. |z1z2|=|z1||z2|
  3. |z1z2|=|z1||z2|
  4. Dreiecksungleichung: |z1+z2||z1|+|z2|
    !AnaI LinA Ing Skript, p.31

Polardarstellung

#Deifnition: Polardarstellung

In der Polardarstellung wird eine Komplexe Zahl z durch den Abstand vom Ursprung r=|z|=x2+y2 und durch den Winkel φ angegeben. Die komplexe Zahl z lässt sich also wie folgt darstellen: z=r(cos(φ)+isin(φ))

!AnaI LinA Ing Skript, p.55

Berechnung der x- und y-Koordinate von z

x=rcos(φ)y=rsin(φ)

Dabei ist ist r der Radius. Insbesondere gilt r=|z|=x2+y2

φ. Was ist das?

φ=arg(z)
arg(z) ist der Winkel zwischen z und positiven reellen Achse. Für z=0 ist das Argument nicht bestimmt.

Berechnung von φ

Um den Winkel φ zu berechnen teilen wir y durch x: yx=sin(φ)cos(φ)=tan(φ). Für x=0 ist φ=π2 und φ=π2, falls y<0

Der Tangens ist auf R{π2+kπ|kZ} definiert und π-Periodisch und nicht injektiv. In dem Intervall ]π2,π2[ ist der Tangens hingegen injektiv und damit gibt es auch eine Umkehrfunktion, den Arcus Tangens, kurz arctan.

arctan=tan1:R]π2,π2[

φ=arctan(yx)]π2,π2[, falls z auf der Rechten Seite des Kreises ist Re(z)>0. Für z auf der linken Seite Re(z)<0 müssen wir π addieren. Insgesamt erhalten wir für z=x+iy0 somit z=r(cos(φ)+isin(φ)) mit r=x2+y2

φ={arctan(yx)falls x>0arctan(yx)+πfalls x<0π2falls x=0 und y>0π2falls x=0 und y<0

Regeln für Multiplikation

Bei der Multiplikation komplexer Zahlen

  1. multiplizieren sich die Beträge
  2. addieren sich die Argumente

Eulerdarstellung

#Definition : Eulerformel

eiφ=cos(φ)+isin(φ)

#Definition : Eulerdarstellung

z=x+iy=r(cos(φ)+isin(φ))=reiφ
Die Eulerdarstellung stellt eine Verbindung zwischen der (komplexen) Exponentialfunktion und Sinus und Cosinus her. Es gelten die üblichen Potenzgesetze

Die Eulerdarstellung ist insbesondere bei der Berechnung von Potenzen sehr hilfreich: z42=(reiφ)42=r42ei42φ