Elementare Funktionen

Elementare Funktionen

Exponentialfunktion

#Definition : Exponentialfunktion

exp:R→R. Wir schreiben auch exp⁡(x)=ex
!AnaI LinA Ing Skript, p.47

exp⁡(x):=∑k=0∞xkk!:=limn→∞∑k=0nxkk!.

Die Zahl e:=exp⁡(1) heißt die Eulersche Zahl: e≈2.71828182845904

Eigenschaften der Exponentialfunktion

  1. exp⁡(x) ist differenzierbar mit (exp⁡(x))′=exp⁡(x)
  2. exp⁡(0)=limn→∞∑k=0n0kk!=limn→∞1=1.
  3. Funktionalgleichung: exp⁡(x1+x2)=exp⁡(x1)exp⁡(x2).
  4. 1exp⁡(x)=exp⁡(−x).
  5. exp⁡(x)>0 für alle x∈R.
  6. exp ist streng monoton wachsend, denn exp′⁡(x)=exp⁡(x)>0 für alle x∈R.
  7. exp:R→]0,∞[
  8. exp⁡(x) ist Bijektiv: Injektiv (da streng monoton wachsend) und surjektiv (wegen limx→−∞exp⁡(x)=0 und limx→+∞exp⁡(x)=+∞ und dem Zwischenwertsatz), also bijektiv und damit umkehrbar.

Logarithmus

#Definition : natürlicher Logarithmus

Der natürliche Logarithmus ist die Umkehrfunktion der Exponentialfunktion und wird an der Winkelhalbierenden y=x gespiegelt.
ln⁡(ex)=x für alle x∈R, eln⁡(x)=x für alle x∈R
!AnaI LinA Ing Skript, p.48

Eigenschaften des natürlichen Logarithmus

  1. ln⁡(1)=0
  2. Funktionalgleichung: ln⁡(xy)=ln⁡(x)+ln⁡(y) für alle x,y>0
  3. ln⁡(1x)=−ln⁡(x) für alle x>0
  4. ln⁡(xy)=ln⁡(x)−ln⁡(y) für alle x,y>0
  5. ln⁡(xn)=nln⁡(x) für alle x>0 und n∈Z
  6. ln ist streng monoton wachsend und limn→∞ln⁡(x)=−∞ und limn→∞ln⁡(x)=∞
  7. ln:]0,∞[→R ist bijektiv
  8. ln′⁡(x)=1x für alle x∈R

Logarithmus zur Basis a

#Definition Logarithmus zur Basis a

Für a>0, a≠1, ist ax somit injektiv und damit umkehrbar. Die Umkehrfunktion ist der Logarithmus zur Basis a:

loga:]0,∞[→R,x↦loga⁡(x).

Es ist per Definition

ay=x⟺loga⁡(x)=y.

Für a=e ist loge⁡(x)=ln⁡(x) der natürliche Logarithmus.
Der Logarithmus zur Basis a lässt sich durch den natürlichen Logarithmus darstellen: Aus aloga⁡(x)=x folgt

ln⁡(x)=ln⁡(aloga⁡(x))=loga⁡(x)ln⁡(a),

also

loga⁡(x)=ln⁡(x)ln⁡(a).

Daher gelten für loga die gleichen Rechenregeln wie für ln.

!AnaI LinA Ing Skript, p.198

#Satz Rechenregeln für den Logarithmus zur Basis a). Für a,x,y>0 gilt

  1. loga⁡(xy)=loga⁡(x)+loga⁡(y),
  2. loga⁡(xb)=bloga⁡(x),
  3. loga⁡(1x)=−loga⁡(x),
  4. loga⁡(xy)=loga⁡(x)−loga⁡(y).

Allgemeine Potenzfunktion

#Definition allgemeine Potenz

Für a>0 und b∈R definieren wir

ab:=exp⁡(bln⁡(a)).

Dabei heißt a Basis und b Exponent. Das ergibt insbesondere zwei Funktionen:

  1. die allgemeine Potenz ax,
  2. die Potenzfunktion xb.

Für die allgemeine Potenz gelten ähnliche Rechenregeln wie für die Exponentialfunktion.

Rechenregeln für die allgemeine Potenz

Für reelles a>0, für alle x,y∈R und für alle n∈N gilt:

  1. x↦ax ist stetig und beliebig oft differenzierbar,
  2. a0=1,
  3. ax+y=axay,
  4. a−x=1ax,
  5. ax>0,
  6. ln⁡(ax)=xln⁡(a),
  7. (ax)y=axy,
  8. an=a⋅…⋅a⏟n mal,
  9. a1n=an, wobei n∈N∖{0},
  10. apq=apq, wobei p∈Z und q∈N∖{0},
  11. ex=exp⁡(x).

Für a>0 ist die Funktion ax auf ganz R differenzierbar mit

(ax)′=ln⁡(a)ax.

Insbesondere gilt:

(1) Für a>1 ist ln⁡(a)>0, also ax streng monoton wachsend.
(2) Für a=1 ist ln⁡(a)=0, also ax=1 konstant.
(3) Für a<1 ist ln⁡(a)<0, also ax streng monoton fallend.

Für b∈R und x>0 ist

(xb)′=bxb−1.

Insbesondere ist

(x)′=12x.

Für x>0 ist

(xx)′=xx(ln⁡(x)+1).

!AnaI LinA Ing Skript, p.197

#Definition Komplexe Exponentialfunktion

Die Exponentialreihe konvergiert für alle komplexen Zahlen z:

exp⁡(z)=∑k=0∞zkk!=1+z+z22+z33!+…,

wodurch die komplexe Exponentialfunktion exp:C→C definiert wird. Für z=x+iy mit reellen x,y gilt allgemein

exp⁡(z)=exp⁡(x+iy)=exp⁡(x)exp⁡(iy)=exp⁡(x)(cos⁡(y)+isin⁡(y)).
#Definition Komplexer Logarithmus

Für z=|z|eiφ≠0 definiert man

log⁡(z):=ln⁡(|z|)+iφ,φ=arg⁡(z),

wobei φ∈[0,2π[.

Mehr dazu in „Analysis III für Ingenieurwissenschaften“.

2025-06-19 AnaLinA learning

Elementare Funktionen

cos⁡(x+2π)=cos⁡(x)cos⁡(2π)−sin⁡(x)sin⁡(2π)=cos⁡(x),sin⁡(x+2π)=sin⁡(x)cos⁡(2π)+cos⁡(x)sin⁡(2π)=sin⁡(x),cos⁡(x+π)=cos⁡(x)cos⁡(π)−sin⁡(x)sin⁡(π)=−cos⁡(x),sin⁡(x+π)=sin⁡(x)cos⁡(π)+cos⁡(x)sin⁡(π)=−sin⁡(x).
#Definition Tangens und Cotangens

Der Tangens ist

tan⁡(x)=sin⁡(x)cos⁡(x),x≠π2+kπ,k∈Z,

und ist in R außer in den Nullstellen des Cosinus definiert. Der Cotanges ist

cot⁡(x)=cos⁡(x)sin⁡(x),x≠kπ,k∈Z.
tan′⁡(x)=(sin⁡(x)cos⁡(x))′=sin′⁡(x)cos⁡(x)−sin⁡(x)cos′⁡(x)cos⁡(x)2=cos⁡(x)cos⁡(x)+sin⁡(x)sin⁡(x)cos⁡(x)2=cos⁡(x)2+sin⁡(x)2cos⁡(x)2={1cos⁡(x)21+tan⁡(x)2.

Arcusfunktionen

Ableitungen der Arcusfunktionen

#Satz Ableitungen der Arcus-Funktionen

Im Inneren ihres jeweiligen Definitionsbereichs sind:

arcsin′⁡(x)=11−x2,−1<x<1,arccos′⁡(x)=−11−x2,−1<x<1,arctan′⁡(x)=11+x2,x∈R.

Hyperbolische Funktionen

#Definition Hyperbelfunktionen

Die Hyperbelfunktionen sind der Cosinus hyperbolicus cosh:R→R,

cosh⁡(x)=ex+e−x2,

und der Sinus hyperbolicus sinh:R→R,

sinh⁡(x)=ex−e−x2.

!AnaI LinA Ing Skript, p.205

Für die hyperbolischen Funktionen gilt:

  1. cosh2⁡(x)−sinh2⁡(x)=1 für alle x∈R.
  2. cosh′⁡(x)=sinh⁡(x), sinh′⁡(x)=cosh⁡(x).
  3. cosh ist eine gerade Funktion: cosh⁡(−x)=cosh⁡(x) für alle x∈R.
  4. sinh ist eine ungerade Funktion: sinh⁡(−x)=−sinh⁡(x) für alle x∈R.
  5. Es ist sinh:R→R bijektiv. Die Umkehrfunktion heißt Area Sinus hyperbolicus und erfülltarsinh(x)=ln⁡(x+x2+1)für alle x∈R.
  6. Es ist cosh:[0,∞[→[1,∞[ bijektiv. Die Umkehrfunktion heißt Area Cosinus hyperbolicus und erfülltarcosh(x)=ln⁡(x+x2−1)für alle x≥1.

Aus der Taylorreihe der Exponentialfunktion bekommen wir die Taylorreihen der hyperbolischen Funktionen:

cosh⁡(x)=∑k=0∞x2k(2k)!,sinh⁡(x)=∑k=0∞x2k+1(2k+1)!.

Weiter kann man den Tangens hyperbolicus und Cotanges hyperbolicus definieren:

tanh⁡(x)=sinh⁡(x)cosh⁡(x)=ex−e−xex+e−x,coth⁡(x)=cosh⁡(x)sinh⁡(x).

Der Tangens hyperbolicus ist eine bijektive Funktion von R nach ]−1,1[.

!AnaI LinA Ing Skript, p.206

Die Ableitungen der elementaren Funktionen

f(x) f'(x) Bemerkungen
xn nxn−1 n=1,2,3,…
exp⁡(x) exp⁡(x)
ax axln⁡(a) a>0,x∈R
ln⁡(|x|) 1x x≠0
loga⁡(|x|) 1xln⁡(a) a>0,x>0,loga⁡(x)=ln⁡(x)ln⁡(a)
xa axa−1 x>0,a∈R
sin⁡(x) cos⁡(x)
cos⁡(x) −sin⁡(x)
tan⁡(x) 1+tan⁡(x)2=1cos⁡(x)2 x≠π2+kπ,k∈Z
cot⁡(x) −1−cot⁡(x)2=−1sin⁡(x)2 x≠kπ,k∈Z
arcsin⁡(x) 11−x2 |x|<1
arccos⁡(x) −11−x2 |x|<1
arctan⁡(x) 11+x2
arccot(x) −11+x2
cosh⁡(x) sinh⁡(x)
sinh⁡(x) cosh⁡(x)
tanh⁡(x) 1−tanh⁡(x)2=1cosh⁡(x)2
coth⁡(x) 1−coth⁡(x)2=−1sinh⁡(x)2
arsinh(x) 11+x2
arcosh(x) 1x2−1 x∈]1,∞[
artanh(x) 11−x2 |x|<1