Lineare Gleichungssysteme
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Ein lineares Gleichungssystem (LGS) mit
Die
Die Koeffizienten
Wir sprechen von einem reellen LGS, falls
Sind alle
Matrixschreibweise
also als
Mit der Matrixschreibweise
die Koeffizientenmatrix des LGS, die rechte Seite oder die Inhomogenität des LGS, die Lösung (eventuell mehrere) von , die Lösungsmenge (Menge aller Lösungen) von .
Der Gauß-Algorithmus
Im Gauß-Algorithmus sind nur die folgenden elementaren Zeilenoperationen erlaubt:
- Vertauschen von zwei Zeilen,
- Multiplizieren einer Zeile mit einer Zahl
(wobei ), und - Addition des Vielfachen einer Zeile zu einer anderen Zeile.
Ziel: Bringe eine Matrix
Sei
wobei
- Der erste Nichtnulleintag einer Zeile ist weiter rechts als die ersten Nichtnulleinträge der vorherigen Zeile
- Alle Zeilen mit nur Nullen sind unter den Zeilen mit Nichtnulleinträgen
Wir können wie folgt vorgehen, um
- Suche die erste von Null verschiedene Spalte
. - Suche in dieser Spalte den ersten Eintrag ungleich Null (Pivotelement) und tausche ihn ggf. in die erste Zeile. Wir haben nun eine Matrix der Form
(Dies ist eine schematische Darstellung der relevanten Teile der Matrix) - Unter dem Pivotelement
werden alle Einträge eliminiert, indem geeignete Vielfache der ersten Zeile von den anderen Zeilen abgezogen werden. - Rekursion: Ist die Matrix in Zeilenstufenform, so sind wir fertig. Andernfalls haben wir die Form
Die erste Zeile und die ersten Spalten (bis Spalte ) bleiben wie sie sind, und wir wenden das gleiche Verfahren auf die kleinere Matrix an.
- Die Zeilenstufenform der Nullmatrix
ist . - Der Gauß-Algorithmus gibt einen Rechenweg an um
in ZSF zu bringen - Die Zeilenstufenform einer Matrix
ist nicht eindeutig bestimmt: Multipliziere eine Zeilenstufenform von mit einer Zahl ungleich Null → Dies liefert eine (andere) Zeilenstufenform von
Sei
4) alle Pivotelemente
5) alle Einträge über den Pivotelementen Null sind.
Die normierte ZSF einer Matrix ist eindeutig und hat folgende Gestalt:
!AnaI LinA Ing Skript, p.102
Das Lösen von linearen Gleichungssystemen
Um das LGS
Die Anwendung der elementaren Zeilenoperation auf die erweiterte Koeffizientenmatrix verändert die Lösungsmenge des linearen Gleichungssystems
Ist die Matrix in ZSF oder NZSF, so können wir die Lösung(en) des Gleichungssystems durch Rückwärtssubstitution bestimmen.
- man darf nicht simultan 1 - 2 und 2 - 1 berechnen.
Lösungskriterium für lineare Gleichungssysteme
Seien
- keine Lösung, genau dann wenn $$\text{Rang}([A|B])> \text{Rang}(A).$$
- genau eine Lösung, genau dann wenn $$\text{Rang}([A|B]) = \text{Rang}(A) = n$$
- unendlich viele Lösungen, genau dann wenn $$\text{Rang}([A|B]) = \text{Rang}(A) < n$$
Struktur der Lösungsmenge
Wir untersuchen nun die Struktur der Lösungsmenge des LGS
- homogenes LGS, d.h.
. Dann ist ein Teilraum von : , d.h. , , d.h. und , dann ist , also - Ist
und , d.h. , dann ist , also .
Daher istein Teilraum von nach dem Teilraumkriterium (Satz 10.4).
- inhomogenes LGS, d.h.
. Dann ist kein Teilraum, da ist: .
Ist das inhomogene lineare Gleichungssystem
Das LGS